KGA Arkenberge seit 1932

    Chronik 

    Der Kleingartenanlage Arkenberge

 1932 -2002

(Kurzfassung)

 

Die Arkenberge bestehen in ihrer Erdstruktur aus Sand, Steinen und Kies, mit verstreut eingelagerten Lehmschichten und entstanden Wahrscheinlich während der eiszeitlichen Erdverschiebungen.  Diie schnell versickernden Regenwässer erlaubten nur karge, schöne Gräser mit kleinen aber bunten Blumen. Rundherum um die Berge haben sich Feuchtbiotope erhalten, die bis vor 1950 nicht durch landschaftliche oder sonstige Eingriffe zerstört wurden. Deshalb gehört auch das Gebiet der Arkenberge  und aller umliegenden  Landschaften zu dem Naturpark Barnim.

1931 hat der Bezirksverband Pankow e.V. im Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands, Provinzialverband Groß-Berlin, alle Bewerber und Interessenten an einem Pachtgrundstück in Arkenberge zur ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Die ersten Pachtverträge wurden schon Ende 1931 abgeschlossen.

1932 erfolgte am 27.Juni die Gründung des Kleingartenvereins Arkenbeerge.

Die 72 Parzellen waren schon bis zum Anfang des Jahres 1932 mit Pachtverträgen vergeben. Im Juni standen die ersten Wohnlauben als sicherer Wohnort von Arbeits- und meist Wohnungslosen.

1933 Viele Familien drängten aus der revoltierenden und brodelnden Innnenstadt heraus. Das führte dazu, daß sich schon 1932 die Kolonie vergrößerte. Die Landwirte Steinicke und Ide wurden durch den Bezirksverband Pankow angeschrieben. Sie waren soforteinverstanden, ihre Landstücke dem Kleingartenverband zur Parzellierung mit Vertrag zu überlassen. Das Land des Landwirts Tasche wurde zuerst durch den Eigentümer eigenständig verpachtet.

1934 wurde die Satzung vom 24. März 1934 übergeben. Gleichzeitig wurde das erste Kolonialwarengeschäft auf der Parzelle Bergweg 98 gegründet.

1938 erlebte Arkenberge den schwersten Winter. In einer Gemeinschaftsaktion wurde der gesamte Feldweg von Arkenberge bis Blankenfelde in der Breite einer Autospur freigeschippt.

1940 begann der Bau von 2 Luftschutzbunkern gegenüber der Kolonie an der Hauptstraße. Ständig wuchs die Zahl der Bombengeschädigten, die bei Verwandten in Arkenberge Unterkunft fanden. In diesem Zusammenhang wurde auch der Weg von Blankenfelde nach Arkenberge mit einer besonderen Schlackenart befestigt. Nach dem Walzen entstand einfester Belag mit einer glatten Oberfläche.

1944 Im März wurden schriftlich die ersten Schritte durch den Vereinsvorstand eingeleitet, die Elektro-Trafostation der Luftschutzbunker für die Elektrifizierung der Kleingartenkolonie zu nutzen. Ende des Jahre 1944 konnten viele Parzellen an das fertigeLeitungsnetz angeschlossen werden.

1945 Im Mai war endlich der verheerende 2. Weltkrieg zuEnde. Die Sowjetischen Besatzungstruppen machten auch Arkenberge zum Stützpunkt einer Gruppe der zweiten Linie.

Bruno Strahlendorf wurde kommisarisch vom Ortskommandanten der sowjetischen Besatzungsmacht als erster Vorsitzender der Kleingartenanlage eingesetzt.

Die erste Amtshandlung des Vorstandes bestand in der Anfertigung mehrerer Listen über den Kleinviehbestand der Kleingärtner, sowie über den erlernten Beruf aller Männer, die sich zur Zeit in der Kolonie aufhielten.

1946 haben beim ersten Kinderfest nach dem Kriege 120 Kinder in Arkenberge teilgenommen. Kein Wunder, denn in vielen Lauben wohnten zwei Familien.

1951 wurde durch die politische Teilung Berlins eine S- und Fernbahnumgehuing des Westsektors nach Oranienburg und den Norden der DDR gebaut. Die neue Bahnlinie zog eine Trennlinie durch den Naturpark Barnim und auch durch die Arkenberge. Ein Bahndamm wurde durch das Tiefbecken von Mönchmühle aufgeschüttet und gefährdete viele Biotope. 1953 wurde der Bahnverkehr aufgenommen.

1954 wurden am 23. April beim Bau eines Tiefbrunnens bei dem Unterpächter Liebsch, Parz. 103, Vater und Sohn bis zum Kopf verschüttet. Eine dramatische Rettungsaktion auf der Parzelle begann. Beide konnten nach 48 Stunden von Mitgliedern des Vereins und der Feuerwehr gerettet werden. Leider ist der Sohn an den Folgen des Unfalls verstorben.

1955/56 wurde die Nationale Front gegründet. Die Idee für den Bau eines neuen Vereinshauses nahm allmählich feste Formen an.

Rudolf Dembski, Talweg 23, und Karl-Heinz Fugh, Grundweg 62, gaben den Anstoß und holten auch alle Genehmigungen diesbezüglich ein. 1956 war das Genehmigungsverfahren mit allen Unterschriften abgeschlossen.

1960 hatte sich die bis zum Kriegsende betriebene Kiesgrube Arkenberge zu einem sehr artenreichen Feuchtbiotop entwickelt. Das gesamte Gebiet bor ausgezeichnete Nistmöglichkeiten für eine Vielzahl von Vogelarten und Insekten, sowie hervorragende Möglichkeiten zu Erholung und Entspannung für die Bewohner und Gäste.

1962 wurde am 6. und 7. April auf dem ersten Verbandstag des VKSK die Satzung beschlossen, die bis 1990 galt.

1963-65 wurde am südöstlichen Ende der ehemaligen Kiesgrube begonnen, Hausmüll durch die Stadtreinigung zu verkippen. Jetzt traten erste spürbare Beeinträchtigungen im Landschaftbild auf und eine erhebliche Belästigung durch Staub, Rauch und Ungeziefer begann. Diese Müllkippe wurde bis 1978 betrieben. Parallel dazu wurde seit 1971 am nördlichen Rand dieser Kippe Kies und Füllboden entnommen, gleichzeitig wurden Schutt, Gerümpel und industrielle Abfälle mit genehmigung des Stadtbezirkes Pankow dort verkippt.

Aufgrund massiver Aktivitäten der Arkenberger konnte erreicht werden, daß diese Kippe 1982 geschlossen wurde.

Die dritte Kippe wurde Ender der 70er Jahre vom VEB Tiefbau an der Nordseite unserer Anlage errichtet. Man begann hier ebenfalls mit der Aushebung von Füllboden auf 8 - 10 m Tiefe, d.h. bis zum Grundwasserbereich. Die so entstandene Grube wurde überwiegend mit Bauschutt verfüllt. Mit dem größten Befremden mußte festgestellt werden, das die Verfüllung über das vorherige Geländeniveau hinaus fortgeführt wurde, obwohl z.B.die erforerliche Standortgenehmigung nicht vorlag. Ungeachtet unserer Eingaben, Ortbesichtigungen und Beschwerden wuchs und wächst noch heute dieser Schuttberg in die Höhe und ist ein unerträglicher Schandfleck in dieser sonst wunderschönen Landschaft. Es wäre der Wunsch aller Arkenberger, unter das Kapitel "Kippen" endgültig einen Schlußstrich  ziehen zu können.

1964 stellte man eine chemische Verunreinigung des Arkenberger Brunnenwassers fest.

1968 erfolgte im Ergebnis zahlreicher Aktivitäten vieler Vereinsmitglieder, z.B. der Gartenfreundin Spannenberg, den Gartenfreunden Gräfe, Adam, Nemitz, Böhnisch, Ewald, Schulz u.a. der Anschluß an das Berliner Wasserleitungsnetz. Mit einer Großaktion, an der sich sehr viele Gartenfreunde beteiligten, wurden aus der KGA an der Schwarzen Brücke alle gut erhaltenen Rohre geborgen, um die Parzellen an die Wasserleitung anzuschließen. Die gesamten Schacht- und Verlegearbeiten von den Hauptanschlußhähnen zu den Parzellen wurden durch die Vereinsmitglieder durchgeführt. Der technischen Kommission gehörten die Gartenfreunde Adam, Ewald, Böhnisch und Nemetz an.

1969 Zum Erntefest im Oktober spendete Otto Redner für die Arkenberger ein schlachreifes Schwein, das geschlachtet und vor dem Vereinshaus gegrillt und verzehrt wurde.

1970-1980 Noch immer waren viele Arbeitsstunden für die qualitative Verbesserung des Vereinshauses erforderlich, andere Maßnahmen bezogen sich auf die Kontrolle des Wasserleitungsnetzes, die Freihaltung der elektrischen Freileitungen usw.

1977 mußte der Vorstand in einem  unangenehmen Zusammenhang wirksam werden. Mit Beschluß der Mitgliederversammlung vom 22.10.1977 wurde der Gartenfreund W.W., Bergweg 97, wegen wiederholter grober Verstöße gegen die Satzung aus dem Verband ausgeschlossen und die Parzelle fristgemäß gekündigt werden.

Eine nächste Kündigung durch den Verein wurde erst wieder 1992 erforderlich.

1978 wurde unser Vereinshaus zur Unterkunft für die Teilnehmer des Nationalen Jugenfestivals.

1981 Ab 1. September wurde unsere Anlage in die planmäßige Müllabfuhr einbezogen.

1982 fand die Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Kleingartenanlage statt. Selbstverständlich wurden vorher auch die anderen Jubiläen gefeiert, ab das 50-jährige Jubiläum war schon eine besondere Veranstaltung.

1987 wurde durch den hervorragenden Einsatz von Frau Kamann, Parz. 1, Frau Siegrid Großmann, Parz. 26 und Frau Helga Friedrich, Parz. 97, die Linienbusverbindung von Pankow nach Arkenberge eröffnet.

1989 fiel die Mauer. Es war eine tolle Stimmung. Für uns Kleingärtner ergab sich nun aber eine neue Rechtsverbindlichkeit. Der VKSK stellte seine Tätigkeit ein und der neue Kleingartenverband übernahm nicht die Rechtsnachfolge. In der darauf folgenden Zeit entwickelte sich eindesolater Zustand. Viele hofften, daß sie ihr Kleingartengrundstück kaufen können. Fürweitere Verwirrung sorgte der Siedlerbund, der sofort Mitglieder warb.

1990 stellte der Vorstand in der ersten Mitgliederversammlung nach der Wende die Vertrauensfrage. Von den anwesenden 99 Mitgliedern sprachen sich 98 für den gewählten Vorstand und die Kommissionen aus. Es gab nur 1 Stimmenthaltung. Nach diesem Vertrauensbeweis diskutierten in internen klärenden Aussprachen Dieter Jaehnert, Jürgen Krehenberg, Horst Großmann, Günter Kraus, Helga Lungwitz und Karl-Heinz Fugh grundlegende Fragen zum Status der Kolonie Arkenberge auf der Basis der existierenden und noch gültigen Verträge.  DAbei wurde klar, daß ein Kaufvertrag für eine Parzelle unter den vorhandenen Bedingungen niemals zustande kommen würde. Es wurde festgelegt, sofort den bisher ignoriereten Forderungen zur Pachtzahlung an den jetzigen Bezirksvorstand Folge zu leisten und mit einer Entschuldigung an den zur Zeit amtierenden Vorsitzenden Gfrd. Erhard den Beginn freunlicher Bezuiehungen mit dem Bezirksverband einzuleiten. Die erste offizielle Begegnung mit dem amtierenden Vorsitzenden des Bezirksverbandes und dem Verein, vertreten durch die Gartenfreunde D. Jaehnert, J. Krähenberg, H. Lungwitz und K.-H. Fugh war ein Informationsaustausch u.a. auch über die Anwendung und Wertung des Einigungsvertrages zwischen der Bundesrepublik und den letzten Vertretern der DDR.

1991 hat sich der Bezirksverband der Kleingärtner Pankow e.V. den Verbandsrichtlinien des Bundeskleingartengesetzes angepaßt und der Siedlerverband ist jetzt eine eigenständige Institution. Die neue Satzung ist am 21,. Juni 1991 beschlossen worden.

Am 1. November wurde ein Pachtvertrag zum beiderseitigen Nutzen zwischen dem Vorstand und Herrn Lothar Schwarz über die gewerbliche Nutzungdes Vereinshauses abgeschlossen. Wegen der Nichtbeachtung einigeer Vertragsklauseln und der Absicht, das Vereinshaus vollständig unter seine Regie zu bekommen. wurde Herrn Schwarz 1992 der Pachtvertrag gekündigt. Durch die Vorlage der Besitzurkunde und der nachgewiesenen fehlenden Pachtzahlung wurde mit Amtsgerichtsurteil vom 14.9.1992 der Rechtsstreit zugunsten der Arkenberger entschieden. Jetz mußte noch einmal kräftig gemeinschaftlich gearbeitet werden, weil alle bereits begonnenen Baumaßnahmen im Inneren des Vereinshauses zu Ende gebracht werden mußten.

Diese und weitere Arbeiten gingen bis in das neue Jahrtausend. Unter der bewährten Leutzung der Arbeitsgruppe Gemeinschaftsarbeit mit den Gfrden. Karl Heinz Wurkatz, Manfred Haschenz und Klauspeter Zeibig konnten solche Arbeiten wie: schrittweise Erneuerung der Fenster, Instandsetzung der Heizungsanlage, Fertigstellung des Sanitärbereiches (bis auf Restarbeiten), Instandsetzung bzw. Erneuerung des Fußbodenbelages, Sanierung des Kellers, Renovierungsarbeiten in allen Räumen, Einbau eine 10 cbm Abwaserbehälters u.a.m. durchgeführt werden. Dadurch ist es uns gelungen, unser Vereinshaus zu einer sehr ansprechenden Begegnunsstätte zu gestalten. Auch äußerlich bietet unsere Vereinshausanlage einen tollen Anblick.

1992 feierte unsere Anlage ihr 60jähriges Jubiläum unter der Mitwirkung der hilfsbereiten Gartenfreundinnen und Gartenfreunde.

1995 erfolgte eine Kontrolle vom Finanzamt über die Besteuerung aller Lauben in der Anlage. Zur gleichen Zeit wurde die Zahlung der öffentlich-rechtlichen Lasten eingeführt.

1996 mußte die Wasserleitung im Bauernweg erneutert werden, da durch den starken Fahrzeugverkehr häufig Rohrbrüche auftraten.

1997 erklärte sich Otto Ruhnau bereit, das Vereinshaus als Hausmeister sauber und einsatzbereit zu halten.

Im gleichen Jahr konnten wir unser 65jähriges Bestehen wieder in unserem Vereinhaus festlich begehen, selbstverständlich auch im Umfeld und unter großer Beteiligung vieler aktiver Gartenfreunde. Unter den vielen Ehrengästen konnten wird den Pankower Bürgermeister Dr. Jörg Richter, den Stadtrat Martin Federlein, unseren Verbandsvorsitzenden Gartenfreund Rohde, die Grundeigentümer unserer Anlage, Fam. Seeger, Fam. Steinicke sowie weitere Freunde unserer KGA begrüßen.

1998 hat die Mitgliederversammlung die Satzung der KGA Arkenberge Berlin-Pankow e.V. beschnlossen, die durch Beschluß der Mitgliederversammlung im Mai 2000 eine Ergänzung erfuhr.

2002 wurde im Januar die Toranlage im Bauernweg errichtet und somit der öffentliche Durchgangsverkehr durch die Anlage unterbunden. Diese Baumaßnahme wurde vom Bezirksverband wirksam unterstützt. Im Jule wurde mit der Instandsetzung der Wege innerhalb der Kleingartenanlage begonnen.

Im gleichen Jahre hat die Mitgliederversammlung die Gartenordnung beschlossen.

In der Zeit vom 16.-18. August 2002 feierte unsere Kleingartenanlage ihr 70-jähriges Bestehen.

 

Die Chronik wurde unter Leitung unseres Gartenfreundes Karl-Heinz Fugh zusammen mit  weiteren Gartenfreunden erarbeitet.